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Reh

Lebensraum

Das Reh ist in vielen Teilens Europas und Kleinasiens beheimatet. Sein Lebensraum erstreckt sich von Waldlichtungen und Waldrändern über unterwuchsreiche und baumarme Lebensräume wie Auen, Deltas und Riede. Am Häufigsten trifft man das Reh im Wald, wo es sich tagsüber im Dickicht versteckt. Auf Nahrungssuche und außerhalb des Waldes geht es meist nur zur Morgen- und Abenddämmerung, wo es sich im teilweisen Schutz der Dunkelheit bewegt, um nicht dem Menschen oder nachtaktiven Fressfeinden wie Füchsen, Wildschweinen und Wölfen über den Weg zu laufen oder sogar zum Opfer zu fallen.

Mythologie

In der keltischen Mytholige findet sich das Reh in der Gestalt der keltischen Schutzpatronin Rhyanna wieder. Diese verwandelt sich immer in ein Reh, um Menschen wieder auf den rechten Weg zurückführen, wenn sie sich im Wald verlaufen haben oder wenn sie zu tief in den Wald gegangen sind und die Ruhe der Tiere stören. Das Reh verkörpert aber auch den kindlichen, unschuldigen und jungfräulichen Aspekt der dreifaltigen Göttin. Unser Ahnen erkannten im Wesen des Rehs Anmut, Freundlichkeit, Liebe und Schönheit, weshalb es bei Ihnen auch als Symbolbild für ein schönes junges Mädchen oder einen kräftigen jungen Mann galt.

Reh – Medizin

Das Reh als Krafttier ruft dazu auf, das eigene Herz zu öffnen und Gefühle zuzulassen. Es hilft Ihnen dabei Gefühle wie Liebe und Freundschaft zu entwickeln und fordert Sie dazu auf, die Reinheit Ihres Herzen wieder zu leben und mehr mit dem Herzen zu denken. Wie auch die keltische Schutzpatronin Menschen in der Gestalt eines Rehs begegnet, um sie zu führen, so macht es das Reh als Krafttier nicht anders. Fassen Sie sich ans Herz und vertrauen Sie dem Reh, denn es möchte Ihnen als Bewohner des Waldes nicht nur die andere Seite des Waldes zeigen, sondern es möchte Sie auch in Ihrem inneren wald wieder auf den rechten Weg zurückführen. Das Krafttier Reh verleiht seinem Schützling nicht nur die Fähigkeit leise aufzutreten und feinfühlig mit seinen Artgenossen umzugehen, sondern es schenkt Ihnen auch inneren Frieden, Dankbarkeit und Sanftmut, damit Sie Ihrem Leben entspannter und friedvoller entgegen treten können – und vielleicht auch zu einem sog. friedvollen Krieger werden. Das Krafttier Reh spiegelt aber auch Schreckhaftigkeit, Unsicherheit und Ängstlichkeit wieder. Womöglich möchte es sie dazu animieren etwas mutiger durch die Welt zu schreiten und sich nicht als Opfer zu fühlen. Das Reh weiß zwar, das Sie sich schutz- und hilflos fühlen, doch es weiß auch, dass man sich nicht ewig verstecken kann. Irgendwann wird man – wenn auch vorsichtig und mit Bedacht – der Außenwelt wieder entgegen treten und sein Leben weiterleben müssen. Mit der Hilfe des Rehs erkennen Sie die Vorzeichen von drohendem Unheil und können sich daher rechtzeitig in Sicherheit bringen. Insofern brauchen Sie auch keine Angst zu haben, sich der Welt zu zeigen, da Sie es durch den Instinkt des Rehs rechtzeitig merken werden, wenn Gefahr droht. Fassen Sie neues Vertrauen in sich selbst, in das Leben und in Ihren Weg. Es ist Ihr Leben, das kein anderer für Sie leben kann und der Weg ist Ihr vorbestimmter Weg, den nur Sie gehen können. Lassen Sie sich nicht von der Angst lähmen, sondern tragen Sie mutig Ihr zartes Wesen nach außen.

Traumdeutung

Taucht das Reh in Ihren Träumen auf, so kündigt es meist Zufriedenheit, Glück und eine neue Freundschaft an. Begegnet man einem scheuen und ängstlichen Reh, so ist dies als Warnung zu verstehen. Durch Tollpatischigkeit oder zu gut gemeinte Hilfe könnte man Familienmitgliedern, Freunden, dem Partner oder Nachbarn vor dem Kopf stoßen und sie verscheuchen. Wird ein Reh im Traum erschossen, so hat dies eine ambivalente Bedeutung. Einerseits bedeutes es Reichtum und Wohlstand (für den Jäger), andererseits bedeutet es Verlust und Trauer (für das Reh). Geschäftleuten soll ein totes Reh gute Geschäfte und Erfolg verheißen, für Andere bedeutet ein totes Reh die Angst vor einem Verlust des Partners oder Freundes oder das Verlieren von Vertrauen in eine Person oder Sache.

Sonstiges

Nichts bekannt.

© Wiebke Haarkemper | 22. Januar, 2013, 14:00 Uhr

Rabe

Lebensraum

Der hier vorgestellte und hauptsächlich auf der Nordhalbkugel beheimatete Kolkrabe gehört gemeinsam mit Dohlen, Elstern, Eichelhähern und Krähen zur Familie der Rabenvögel, die sich von den Tropenwäldern Südostasiens über die ganze Welt ausgebreitet haben. So besiedeln Kolkraben mittlerweile nicht nur Europa und Sibirien, sondern auch Nordamerika, Alaska und sogar Teile des Polarkreises.

Mythologie

Der Rabe genießt in vielen Kulturen ein hohes Maß an Bewunderung auf Grund seiner überragenden Intelligenz, seiner magischen Ausstrahlung und seines pechschwarzen und gleichzeitig leicht bläulich schimmernden Gefieders.

Germanen: Das Rabenpärchen Hugin und Munin fliegt täglich Botengänge für den Göttervater Odin. Sie fliegen bei Sonnenaufgang fort, kehren bei Sonnenuntergang wieder und setzen sich auf Odins Schulter, um ihm die Neuigkeiten zuzuflüstern. Hugin bedeutet „der Gedanke“, Munin „das Gedächtnis“. Aus kulturanthropologischer Sicht geht man davon aus, dass das Rabenpärchen Hugin und Munin das fehlende linke Auge von Odin ersetzen sollen, das Odin einst geopfert hatte, um Weisheit zu erlangen.

Kelten: Morrigan, die Göttin des Todes, soll die Seelen von in der Schlacht gefallenen Kriegern in der Gestalt eines Raben holen und nach Walhalla fliegen. Walhalla ist die sog. Ruhmes- und Ehrenhalle in der Anderswelt, in welcher die Seelen verstorbenener Soldaten gebracht werden. Man nennt Walhalla auch „Halle der Gefallenen“.

Raben – Medizin

Rabe und Krähe als Krafttier haben eine ähnlich starke Medizin. Schamanen mit diesem Krafttier werden gefürchtet und verehrt. Der Rabe kann ins Jenseits und wieder zurück fliegen. Wenn Sie den Raben als Krafttier haben, steckt starke Magie in Ihnen. Er erinnert Sie daran, dass Sie hellseherische und heilende Kräfte in sich tragen. Wenn Sie diese noch nicht entdeckt haben, haben Sie womöglich die Vergangenheit noch nicht losgelassen und können deshalb die Gegenwart nicht sehen. Die Zukunft spielt eine zu große Rolle. Nutzen Sie mehr das Hier und Jetzt. Versuchen Sie die Kräfte der Dunkelheit zu gewinnen, haben Sie keine Angst vor der schwarzen Leere. In ihr liegt ein sehr starker Heilzauber, der auch auf große Entfernungen wirkt. Wenn Sie diese Energie aber missbrauchen, kann sie sich gegen Sie kehren und Ihnen schaden. Der Rabe ist der Beschützer aller geheimen Dinge, plaudern Sie diese also nicht aus. Wissen, wagen, wollen und schweigen ist angebracht! Bringen Sie dieser Art von Magie den nötigen Respekt entgegen, denn die Rabenkraft kann sich sonst sehr schnell gegen Ihre Person richten. Ziehen Sie keinen materiellen Nutzen dieser Kraft und bedanke Sie sich regelmäßig beim Raben für seine Unterstützung.

Traumdeutung

Wenn Raben in Ihren Träumen erscheinen, kündigen sie meist Unglück und Misserfolg an oder warnen vor Gefahr. Hört man den Ruf eines Raben, so will er damit auf schlechten Nachrichten, einen bevorstehenden Todesfall oder drohendes Unheil im unmittelbarem Umfeld hinweisen. Taucht der Rabe jedoch in einem positiven Zusammenhang auf, kann er nicht nur als Krafttier auf sich aufmerksam machen, sondern auch als verstorbener Verwandter, der in Gestalt des Raben den Kontakt zum Träumenden sucht.

Sonstiges

Totemtier: KräheIm Medizinrad und indianischen Horoskop ist der Rabe gemeinsam mit der Krähe der „Zeit der fallenden Blätter“ (23.09. bis 23.10.) zugeordnet. Raben-Menschen gelten als klug, wissbegierig und spirituell, können aber auch nachtragend, konfliktscheu und naiv sein. Sie sind äußerst gesellige Wesen, die es sehr schätzen mit anderen zusammenzuarbeiten und Schwierigkeiten haben allein zu sein. [Weiterlesen…]

Rune: Algiz Der Rabe ist eng mir der Rune Algiz verbunden, welche nicht nur ein Geweih, sondern auch einen Rabenfuss symbolisiert. Gemeinsam mit dem Raben als Krafttier schützt Algiz vor schädlichen Einflüssen und hilft Geheimnisse gut aufzubewahren. Des Weiteren fördert sie die aktive Verteidigung und zieht Glück magisch an.

© Wiebke Haarkemper | 4. Oktober, 2012, 14:00 Uhr