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Spinne

Lebensraum

Mit Ausnahme der Arktis und Antarktis kommen Spinnen in nahezu allen Regionen und Klimazonen der Welt vor. Hauptsächlich bevorzugen sie Wälder, Felder und die Nähe von Gewässern zum Leben, weil sie dort am ehesten Insekten vorfinden, welche ihre Nahrung darstellen – aber auch in den Bergen und Wüsten haben sich Spinnentiere angesiedelt. Sogar in den Wohnbereichen der Menschen sind sie zu finden, wenn sie dort dunkle Ecken vorfinden, in denen sie ungestört hausen können oder offene Fenster vorfinden, vor die sie ihre Netze spinnen können, um Insekten einzufangen.

Krafttier SpinneMythologie

In vielen Kulturen gilt die Spinne als Schicksalgöttin, welche die Fäden des Lebens eines Jeden wortwörtlich in ihren Händen – oder besser gesagt: Beinen – hält und mit der Kunst der Weberei assoziiert wird.

Germanen: Bei unseren Vorfahren kommt der Spinne genau eine solche Rolle zu, denn dort wurde sie mit den Nornen (=Schicksalsweberinnen) in Verbindung gebracht. Die Spinne soll ein Symbol für die Macht aller drei Nornen sein und auch ihre Kräfte vereinen. So schrieb man der Spinne ebenfalls die Fähigkeit zu, Einfluss auf das Schicksal zu haben und das Leben der Menschen mit Anderen zu verknüpfen. So gilt sie bei den Germanen wie auch die Nornen als Schicksalweberin, welche nicht nur Lebensnetze miteinander verbindet, sondern auch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Griechenland: Arachne ist eine verwandelte Frau, die einen menschlichen Oberkörper, jedoch die Beine einer Spinne besitzt. Sie war eine begnadete Künstlerin und Weberin, was Athene, der Göttin des Kampfes und der Weisheit, ein Dorn im Auge war. Einer Legende nach, soll sich Arachne mit Athene einen Wettstreit geliefert haben, in welchem sich beide in der Webkunst gegenseitig übertreffen wollten. Arachne gewann schließlich den Wettstreit und aus Wut, Neid und Eifersucht zerriss Athene den Wandteppich von Arachne und schlug mit ihren Wandschiffchen auf Arachne ein. Aus Angst vor Athenes Zorn und Rache erhängte sich Arachne. Athene jedoch ließ ihre Konkurrentin nicht einfach sterben, sondern löste den Strick etwas und sprühte Arachne mit dem gifitgen Eisenhut an, woraufhin sich der Strick in ein Spinnennetz und Arachne sich in eine Spinne verwandelte. Darüber hinaus verdammte Athene Arachne und ihre Nachkommen dazu, in alle Ewigkeit Netze zu weben und an den Fäden zu hängen. Auch heute noch spiegelt sich dieser Mythos in der griechischen Sprache wieder, denn Arachne ist das griechische Wort für „Spinne“.

Kelten: Wie auch bei den Germanen, so galt das Netz als Symbolbild für das alles Leben, das miteinander verbunden ist. unsere Vorfahren wussten also damals schon, woran wir uns heute erst wider erinnern: zwischen allem was ist, besteht eine Verbindung, der man sich bewusst sein muss.

Nordamerika: Bei den Hopi ist die Spinne Kokyang Wuuti die Urgroßmutter aller Wesen und nimmt in der Schöpfungsgeschichte eine zentrale Rolle ein. Der Usprung des Traumfängers geht auf die Spinne Iktumi zurück, welche einem Lakota-Ältesten auf einem Hügel in einer Vision erschien. Dort erklärte sie ihm die Verbundheit allen Lebens und zeigte ihm ihr Netz als Symboldbild zum besseren Verständnis. Sie betonte, dass das Netz im Grunde ein vollkommener Kreis ist, aber ein Loch im Zentrum hat. Das Netz soll alle guten Ideen, Gedanken, Vorhaben und Träume einfangen und festhalten. Alles Schädliche hingegen wird durch Loch verschwinden. Seitdem nutzen die Lakota-Indianer den Traumfänger als religiöses Objekt um ihre Träume zu sieben und große Visionen einzufangen. Die Navajos sagen hingegen, dass Ihnen eine Spinnenfrau und ein Spinnenmann das Weben beigebracht haben soll.

Sonstiges: Eine ähnliche Bedeutung der Spinne als Lehrerin für die Webkunst findet sich auch in asiatischen Kulturen. Überhaupt geht man davon aus, dass die Menschen das Spinnen und Weben von der Spinne abgeschaut haben sollen und die Webkunst in Asien perfektioniert wurde, weshalb auch heute noch Teppiche und Wandteppiche aus Asien in aller Welt hoch geschätzt und teuer gehandelt werden.

Spinnen – Medizin

Krabbelt die Spinne lautlos als Krafttier in Ihr Leben, so macht sie auf schicksalshafte Verbindungen und dunkle Ecken der Seele aufmerksam. Sie steht aber auch für die Verbindung zu den Ahnen, Verstorbenen und Wesen aus anderen Leben. Das Krafttier Spinne hilft ihnen, schicksalshafte Verbindungen zu erkennen und zu verstehen, dass es keinen Zufall gibt. Alles hat seinen Sinn, seinen Platz und seine Verbindung zu einem selbst. Nur wenn wir uns der Verbindung zu allen Wesen bewusst werden, können wir unseren eigenen Platz im Leben finden und verstehen. Mit dem Krafttier Spinne gelingt es Ihnen jedoch auch, sich aus unliebsamen Verstrickungen, Verbindungen oder Fallen zu lösen. So weiht Sie die Spinne als Krafttier in die Webkunst des Schicksals ein und zeigt Ihnen, wann es Fäden zu weben und wann es sie auszubessern oder zu zerschneiden gilt. Erkennen Sie, dass Sie Teil eines großen Ganzen sind und gemeinsam mit Anderen das Netz des Lebens weben und erhalten müssen. Haben Sie sich anderweitig in einem Netz verfangen, kommt die Spinne zu Ihnen, um Sie zu befreien und in die Freiheit zu führen – allerdings unter der Bedingung, dass Sie Mut beweisen und sich den einst gewebten Fäden der Vergangenheit stellen. Auf Grund der Kraft, auch unter widrigsten Bedingungen neue Netze zu weben, steht die Spinne als Krafttier in unmittelbarer Verbindung mit Weiblichkeit und Schöpferkraft, denn oftmals webt die Spinne im Verborgenen oder in der Dunkelheit – so wie auch das Leben im Verborgenen wächst und aus der Dunkelheit im Bauch von Mutter Erde geboren wird. Insofern ist das Krafttier Spinne eng mit den weiblichen Mysterien, der Illusion und den universellen Gesetzen verbunden. Wer also die Netze der Illusion zerreißen, die weibliche UrKraft oder den Kreislauf des Lebens verstehen will, sollte die Spinne aufsuchen. In vielen Kulturen gilt die Spinne nicht nur als begabte Weberin, sondern auch als Todesbote, weil die Weibchen bei manchen Spinnenarten die Männchen nach dem Akt töten und fressen. Die Kraft der Spinne ist also eine ähnliche UrKraft wie die des Drachen die erschaffen, aber auch zerstören kann.

Traumdeutung

Eine im Traum auftauchende Spinne weist auf lähmende Ängste oder Sorgen hin. Möglicherweise fühlt sich der Träumende in seiner aktuellen Lebenssituation wie ein kleines hilfloses Insekt, das im Netz der Spinne gefangen und ihr auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Eine Spinne im Traum kann aber auch auf die Vergangenheit oder Wesen aus der Anderswelt aufmerksam machen, welche die Gegenwart blockieren und den Träumenden daran hindern, seine volle Kraft und sein ganzes Potenzial zu entfalten.

Sonstiges

Nichts bekannt.

© Wiebke Haarkemper | 10. April, 2013, 14:00 Uhr

Kuckuck

Lebensraum

Der Kuckuck ist ein Zugvogel, der hauptsächlich in der westlichen Paläarktis verbreitet ist. Im Frühling kommt er nach Südeuropa zurück nach Nordeuropa kommt er allerdings erst im Sommmer – ansonsten wohnt er in Südafrika, Indien und Japan. Zum Leben bevorzugt er nicht nur lichte Laub- und Nadelwälder, sondern auch Hochmoore und Steppen. Sogar Biotope oberhalb der Baumgrenze und Dünen der Meeresküsten werden vom Kuckuck besiedelt. Allerdings findet man den Kuckuck nicht in der arktischen Tundra und in ausgedehnten dichten Wäldern.

Kuckuck

Mythologie

Griechenland: Zeus, der mächtigste Gott aller Menschen und Götter, soll sich in einen Kuckuck verwandelt haben, um bei Sturm Schutz bei der von ihm angebeteten Hera, der Göttin der Ehe (die auch zugleich seine Schwester ist), zu finden. Sein Ziel war es, als zerzauster und durchnässter Vogel Mitleid bei Hera zu erregen, damit sie sich in ihn verliebt und er ihre Nähe spüren darf – was er nur kurze Zeit später auch erreichte. Seitdem sind Zeus und Hera miteinander vermählt.

Sonstiges: Im deutschen Volksglauben gilt der Kuckuck, wie auch die schwarze Katze, als Omen zur Weissagung. Vernimmt man im Frühling den Ruf des Kuckucks von rechts, so sei dies ein gutes Omen. Hört man allerdings den Kuckuck von links rufen, gilt dies als schlechtes Zeichen, das Sorgen und Probleme ankündigt. In manchen Regionen glaubte man sogar daran, dass der Kuckuck Wünsche erfüllen könne, weshalb sich derjenige, der den Ruf des Kuckucks als Erster vernommen hatte, etwas wünschen durfte.

Die zwiespältige Bedeutung des Kuckucks ist auch heute noch in einigen Sprichwörten zu erkennen. Auf Grund seines parasitären Brutverhaltens assoziierte man den Kuckuck mit dem Teufel, weshalb der Kuckuck in so manchen Sprichwörtern als Ersatzwort stellvertretend für das Wort „Teufel“ steht, wie z.B. der Ausruf „zum Kuckuck“, der auch bekannt ist als „zum Teufel nochmal“. Dasselbe gilt für den Ausruf „scher Dich zum Kuckuck“, das auch als „scher Dich zum Teufel“ bekannt ist und „Der Kuckuck ruft seinen eigenen Namen“. Mancherorts soll der Ruf des Kuckucks den Tod eines Verwandten ankündigen.

Kuckuck – Medizin

Aufgrund der mythologischen Bedeutung des Kuckucks als Gestaltenwandler und dem Volksglauben, der sich aus dem parasitären Brutverhalten ableitet, kommt dem Kuckuck als Krafttier eine zwiespältige Rolle zu. Zum Einen er hat die Eigenart, seine Eier in fremde Nester abzulegen und Anderen die Aufzucht seiner Jungen zu überlassen, zum Anderen kann er sehr hartnäckig und beharrlich sein, wenn er seinen eigenen Namen ruft oder ein geeignetes Fremdennest für seinen Nachwuchs sucht. Die Eigenart des Kuckucks aus Spaß Dinge zu verstecken, anderen unterzujubeln oder an anderen Orten wieder auftauchen zu lassen, erinnert stark an die Eigenschaft von Kobolden, weshalb man den Kuckuck als Krafttier auch durchaus einen geflügelten Kobold nennen kann. Denn sobald das Krafttier Kuckuck im eigenen Leben auftaucht, gilt es Beziehungen, Finanzen und Freundschaften zu überprüfen. Es ist stark davon auszugehen, dass sich irgendwo ein Problem eingeschlichen hat, das nicht dazugehört und von einem Fremden verursacht wurde.

Andererseits zeigt der Kuckuck als Krafttier aber auch, wie man in Zeiten der Not über die Runden kommt – auch wenn man dafür den Anderen temporär erstmal die eigenen Lasten aufdrücken muss. Die Krafttiermedizin des Kuckucks liegt in seiner Naivität und zugleich Berechenbarkeit, die es schwer macht, Vertrauen zu fassen. Das Krafttier Kuckuck bestärkt Sie darin, Ihren eingeschlagenen Weg weiterzugehen und durch Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit (nicht zu verwechseln mit Sturheit!) Ziele zu erreichen, die bisher unerreichbar schienen. Doch geben Sie acht, dass Sie Ihre Kuckuckseier geschickt ablegen und nicht dabei erwischt werden – falls doch, könnte das unangenehme Konsequenzen für Sie haben und Sie auf Ihrem Weg um Meilen zurückwerfen.

Traumdeutung

Fliegt der Kuckuck in Ihre Träume, so warnt er vor Nachlässigkeit, Oberflächigkeit und mangelndem Verantwortungsbewusstsein. Jedoch symbolisiert das Auftauchen eines Kuckucks im Traum ebenso das heimliche Auftauchen oder Einmischen fremder Personen in Ihrem Leben. Möglicherweise wird Ihnen auch etwas untergeschoben, das Jemand Anderes nicht mehr haben will oder um das er sich aus Faulheit und Bequemlichkeit einfach nicht kümmern will. Geben Sie Acht, dass man Ihnen kein Kuckucksei ins Nest legt und dass Sie sich nicht ausnutzen lassen.

Sonstiges

Nichts bekannt.

© Wiebke Haarkemper | 27. März, 2013, 12:00 Uhr

Luchs

Lebensraum

Der Luchs ist fast überall dort in Europa und Asien anzutreffen, wo er Felsen, Wälder und Büsche vorfindet. In unseren breiten ist nach erfolgreichen Ansiedlungsveruschen auch wieder in den Alpen, dem Jura-Gebirge, den Vogesen, dem Harz, dem Fichtelgebirge, dem Bayerische Wald, dem Böhmerwald und der Spessart anzutreffen. Nach dem Bären und dem Wolf ist diese Katze das größte Raubtier, das in Europa heimisch ist.

Mythologie

Obwohl der Luchs in Europa einst stark vertreten war, so taucht er jedoch kaum in der Mythologie auf – ganz im Gegenteil zu seinen Konkurrenten wie dem Fuchs oder dem Wolf. Bis auf ein paar Sprichwörter, die auf seine Eigenschaften zurückzuführen sind, ist kaum etwas über die mythologische Bedeutung des Luchses bekannt. Es heißt im Volksmund, dass man Augen und Ohren wie ein Luchs habe, wenn man ein gutes Seh- und Hörvermögen hat. Wer Jemandem etwas abluchst, der hat es mit einer Lust geschafft, Jemanden davon zu überzeugen, etas wegzugeben. Ein solches Sprichwort erinnert sehr an die Verhaltensweise des Luchses, der nicht nur ein schlauer und flinker Jäger ist, der jede Gelegenheit nutzt. Man sagt dem Luchs nach, dass er auf Grund seines gut ausgeprägten Seh- und Hörvermögens ein guter Wächter sein, weshalb wohl auch das Sprichwort „aufpassen wie ein Luchs“ zu Stande kam.

Luchs – Medizin

Wenn ein Luchs in Ihrem Leben auftaucht, dann sagt er Ihnen, dass Sie ihm leise folgen und nach etwas Verborgenem suchen sollen. Laut einiger Überlieferungen, hat der Luchs auch ein übernatürliches Sehvermögen, das ihn dazu befähigt, hinter die Kulissen zu schauen und die Welt mit anderen Augen zu sehen. So kann Ihnen der Luchs als Krafttier dabei helfen, Irrtümer, Täuschungen und Lügen zu erkennen, Geheimnisse zu lüften und unsichtbare Wesen zu sehen. Das Krafttier Luchs lehrt seinem Schützling also eine außergewöhnliche Hellsichtigkeit, mit der Verborgenes sichtbar gemacht werden kann. Der Luchs ist von Natur aus eher ein Einzelgänger und möchte deshalb auch Ihre Qualitäten als Eremit prüfen. Er vertraut seinen Sinnen vollkommen und weiß immer, wohin er geht – sogar in völliger Dunkelheit. Mit seiner Hilfe schaffen auch Sie es, Ihren Weg endlich alleine und ohne Hilfe zu gehen. Verlassen Sie sich einfach auf Ihre Sinne und lassen Sie sich von Ihrer Seele führen – sie kennt den richtigen Weg, der zur Quelle führt.

Traumdeutung

Wenn ein Luchs im Traum erscheint, weist er meist auf das Bedürfnis das Freiheit, Unabhängigkeit und Einsamkeit hin. Begegnet man hingegen einem aggressiven Luchs, so kann dies auf unterdrückte Wut und versteckte Aggressionen hinweisen, die ausgelebt werden wollen. Ein Luchs, der misstrauisch aus seinem Versteck hervorschaut macht auf innere Unsicherheit, Angst und Schuldgefühle des Träumenden aufmerksam. Ein misstrauischer Luchs im Traum symbolisiert aber auch Schläue und Hinterlist, vor der man auf der Hut sein sollte.

Sonstiges

Der Luchs wird der Rune Naudhiz zugeordnet. Diese wiederum steht für das Schicksal und die eigene Bestimmung. Gemeinsam mit derm Luchs als Krafttier und der Rune Naudhiz erlangen wir einen Einblick in das Schicksalsgewebe der Nornen und können durch unsere Taten das Muster des gewebten Weges ändern.

© Wiebke Haarkemper | 24. Januar, 2013, 14:00 Uhr