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Stier

Lebensraum

Unter einem Stier versteht man für gewöhnlich ein geschlechtsreifes männliches Haus- oder Wildrind, das mitunter auch als Bulle bekannt ist. Die Kuh ist damit das weibliche Gegenstück zum Stier. Sein Körperbau ist meist von kräftiger Statur und beeindruckender Größe, seine Hörner sind lang und kräftig und je nach Rinderart entweder gerade oder geschwungen. Durch dieses Markenzeichen hat der Stier weltweite Bekanntheit erlangt, obwohl es sich beim Stier um keine eigene Tierart, sondern lediglich um einen Begriff aus dem Volksmund für ein männliches Rind handelt. So ist der „Stier“ im Prinzip vielmehr ein Symbolbild, das aus der abendländischen Astrologie abgeleitet wurde und sich an der besagten Tierart anlehnt. Der Lebensraum der Wildrinder erstreckte sich ursprünglich von Europa über Asien bis hin nach Afrika. Durch Domestizierung sind viele ursprügliche Wildrinder heute als Hausrinder weltweit anzutreffen und werden in Massen zur Fleischerzeugung gehalten – wobei Indien das Land mit dem größten Hausrind Vorkommen ist. Stiere und Bullen, die auch Rinder genannt werden, leben im Gruppenverband und bevorzugen offene Landschaften wie etwa Wiesen mit nur wenig Baumbestand. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern und mitunter auch von Beeren und Samen.

Krafttier Stier

Mythologie

In vielen Kulturen steht der Stier als Männlichkeitssymbol für Zeugungskraft und Fruchtbarkeit. Höhlenmalereien aus alter Zeit beweisen, dass der Stier schon sehr früh eine ganz besondere Rolle für die Menschen spielte. In heimischen Breiten dichtete man dem Stier eine Verbindung zum Mond an, da seine geschwungenen Hörner wie Mondsicheln des zu oder abnehmenden Mondes aussahen und der Zwischenraum zwischen seinen Hörnern auch als Vollmond angesehen wurde, indem die Hörner den Rand symbolisierten. Aus dem selben Grund assozierten ihn aber viele Völker auch mit der Sonne, indem seine Hörner die Strahlen der Sonne repräsentierten und weil die Sonne, wie auch der Stier, Fruchtbarkeit und Leben bedeutet. So wie es ohne Sonne kein Leben gibt, konnten sich auch die Menschen ein Leben ohne Stier nicht vorstellen. Wenn er für diese nämlich nicht gerade Fleischlieferant war, nahm er den Menschen eine Menge Arbeit ab, indem er vor einen Karren gespannt wurde und große Lasten trug und schwere Erntewagen zog. So galt der Stier als großes Geschenk, dass die Lebensqualität deutlich verbesserte. Seine Hörner werden seit jeher aber auch mit einem erregten männlichen Geschlechtsteil verglichen, woher auch die Symbolik der Virilität und Männlichkeit kommt.

Im sumerischen Weltbild existierte einst sogar eine Stiergottheit als oberste Gottheit, die das das gesamte Universum regierte und dehalsb auch mit Herrschaft und Macht in Verbindung gebracht wurde. Eine griechische Metamorphose vom Dichter Ovid erzählt unter anderem wie sich Zeus einst in einen wilden Stier verwandelt haben soll, um die schöne Europa zu entführen. Ein weiterer griechischer Mythos berichtet von einem großen Wesen, das wie ein Stier aussieht und wie ein Mensch nur auf zwei Beinen gehen und sogar auch aufrecht steheh kann. Es wird oft auch als Mischwesen mit einem menschliche Körper und einem Stierkopf dargestellt. Als Sohn des Zeus soll es seit langer Zeit auf der Insel Kreta in einem Labyrinth sein Unwesen treiben.

Auf Grund seiner Hörner gilt der Stier als Tier des Gottes Pan, wodurch der Stier auch heute noch leider oft dämonisiert und mit dem Teufel in Verbindung gebracht wird. Der Missbrauch des Stiers zum spanischen Stierkampf trägt auch nicht gerade dazu bei, das wahre Wesen des Stiers, das eigentlich sanft, gutmütig und geduldig ist, zum Vorschein zu bringen. Vielmehr vermitteln uns diese Stierkämpfe ein völlig falsches Bild, das geprägt ist von Gewalt, Aggressivität und Tod. Im Christenum steht der Stier als Symbol für die vier Evangelisten für den Opfertod und der Kamp mit einem Stier für den Kampf zwischen Gut und Böse. Bei vielen NatUrVölkern hingegen steht der Kampf mit dem Stier für den Kampf mit ungebändigten inneren Trieben und wilden NatUrKräften – in Ritualen bedeutet ein solcher Kampf den Übergang vom Jungen zum Mann, vom Kind zum Erwachsen.

Im Horoskop ist der Stier den Monaten April und Mai, als auch dem Element Erde zugeordnet. Auf Grund seiner Kraft, seiner Geduld und seiner Ausdauer gilt er als Sinnbild für Arbeit, Fleiß und Gesundheit.

Stier – Medizin

Schreitet oder stürmt der Stier als Krafttier in Ihr Leben fordert er Sie zu mehr Ruhe, Geduld und Gelassenheit auf, denn die Fehler liegen nun in der Eile. Es gilt jetzt, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und seine Kraft nicht unnötig zu verschwenden. Das Krafttier Stier weiß, dass ein Kampf nicht mit dem Körper, sondern mit dem Geist gewonnen wird. Er vermeidet Kämpfe wo er nur kann, stellt sich aber auch jedem Kampf, dem er nicht entgehen kann – meistens erfolgreich. Mit Hilfe des Krafttieres Stier lernen wir die Bedeutung von Gelassenheit, denn Gelassenheit bedeutet nicht, dass einem alles egal ist, sondern nur, dass man sich nicht von unwesentlichen Dinge aus der Ruhe bringen lässt. Und damit wiederum schärft Gelassenheit unseren Blick für das Wesentliche, denn in der Stille liegt die Offenbahrung. Das Krafttier Stier hat eine enorme Kraft und wehe dem der sich dieser entgegen stellt. Bis es aber soweit kommt muss schon Einiges passieren. So rät Ihnen das Krafttier Stier sich zu schonen und sich nicht reizen zu lassen. Sticheleien dienen nur dazu, sie aus der Fassung zu bringen und Sie zu schwächen, also gehen Sie einfach nicht darauf ein.

Als Krafttier bringt der Stier aber nicht nur Ruhe und Gelassenheit in Ihr Leben, sondern auch Ausdruckskraft, Gesundheit, Fülle und Schutz. Werden Sie sich bewusst, dass Sie der alleinige Schöpfer Ihres Lebens sind und dieses jederzeit nach Belieben gestalten können. Wenn Sie kreativ oder handwerklich begabt sind, dass erschaffen Sie doch einfach mal etwas Kunstvolles! Wenn Sie privat oder beruflich Probleme haben, dass lassen Sie sich vom Stier zeigen, wie man allein durch Präsenz, Beharrlichkeit und ohne Kampf seinen Standpunkt definieren kann. Ziehen Sie Grenzen, wo sie gebraucht werden und verteidigen Sie diese wenn nötig. Als Lastenträger macht Sie das Krafttier Stier aber auch darauf aufmerksam, dass man nicht allen Lasten entgehen kann. Jeder hat seine Lasten und Laster zu tragen, die Frage ist nur, wie Sie damit umgehen. So zeigt Ihnen der Stier als Krafttier, dass Sie Lasten durchaus mit Würde, aber nicht mit Stolz, tragen können.

Ist der Stier Ihr Krafttier, dann werden Ihnen damit auch innere Stärke, Lebenskraft und Erdverbundenheit zu Teil. Mit dem Stier als Krafttier lernen Sie, sich mehr in sich selbst zu verankern und nur aus der Ruhe und dem inneren Frieden heraus zu agieren, nicht aus Zorn, Wut oder Hass. Bedenken Sie stets, dass aus großer Kraft auch eine ebenso große Verantwortung wächst.

Traumdeutung

Wenn ein Stier durch Ihre Träume stürmt, fordert er Sie zu mehr Tatendrang, Dursetzungsvermögen und Beharrlichkeit im Alltag auf. Wenn Sie etwas erreichen wollen müssen Sie zum richtigen Zeitpunkt aktiv werden und zur rechten Zeit still sein können. Gleichzeitig warnt das Auftauchen eines Stieres im Traum auch vor Hartnäckigkeit und Sturheit. Auch wen beide Eigenschaften zum gegebenen Zeitpunkt durchaus hilfreich sein können, sollten Sie sich im Moment eher davor in acht nehmen. Es gibt etwas in ihrem Leben, das Sie nicht loslässt und bei dem Sie sich auf Teufel komm raus durchsetzen möchten. Vergessen Sie dabei bitte nicht, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt. Als Fruchtbarkeitsymbol kündigt ein Stier im Traum aber auch eine Zeit der Fülle, der Kraft,  Gesundheit und Heilung an. Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Weg und üben Sie Gelassenheit, denn es macht keinen Unterschied wie schnell Sie diesen gehen – er wird immer derseble bleiben und Sie erhalten auch keine Auszeichnung für die kürzeste Zeit.

Sonstiges

Nichts bekannt.

© Wiebke Haarkemper | 9. Mai, 2014, 15:43 Uhr

Ziege

Lebensraum

Die Ziege ist ein Säugetier aus der Familie der Hornträger, das (mit Ausnahme der Arktis und Antarktis) als Nutztier mittlerweit weltweit verbreitet ist – ob in Asien, Europa, Afrika, Nordamerika, Südamerika oder Australien. Damit ist die Ziege mit dem Steinbock, dem Schaf, der Kuh und dem Büffel verwandt. Ursprünglich stammt die Ziege jedoch aus Gebirgsregionen von Europa, Asien und Afrika, wo sie auch heute noch wild anzutreffen ist. In unseren Breiten findet sich die Ziege jedoch nicht nur als Wildtier in alpinen Regionen, sondern auch als Nutztier auf diversen Bauernhöfen. Ihre Haltung lohnt sich nicht nur deshalb, weil die Ziege anspruchslos ist, sondern auch, weil sie schmackhafte und gesunde Milch abgibt, aus der auch heute noch Käse hergestellt wird. Auf ihrem Speisplan stehen hauptsächlich frisches Gras und leckere Kräuter, die sie auch gerne einmal mitsamt den Wurzeln herausrupft und Ziegenherden deshalb nicht selten eine kleine Spur der Verwüstung hinterlassen. Als Wiederkäuer lässt sich die Ziege Zeit beim Verdauen und ihre Hörner setzt die Ziege nur zur Verteidigung ein – z.B. wenn es ihre Jungen zu beschützen gilt. Die Böcke hingegen machen vielmehr zur Paarungszeit Gebrauch von ihren Hörnern, wenn sie um das Paarungsvorrecht kämpfen.

Krafttier Ziege

Mythologie

Im Volksmund kennen wir die – wenn auch etwas herablassende – Redewendungen „Zicke“, „Meckerliese“ und „alte Ziege“, die allesamt Menschen bezeichnen, die sich mit Nichts zufrieden geben, an allem Möglichem herumnörgeln und immer alles Ausdiskutieren müssen. Die Eigensinnigkeit der Ziege hat jedoch ebenso Eingang in den Volksmund gefunden. So kommt der Spruch „störrisch wie eine Ziege“ nicht von ungefähr, sondern von der beobachteten Eigensinnigkeit bei den Ziegen. Weitere bekannte Sprichwörer sind „den Bock zum Gärter machen“ und „Sündenbock“.

So kommt die Bezeichnung des Sündenbocks ebenfalls nicht von ungefähr, sondern von den alten Traditionen anderer Kulturen, bei denen die Ziege als Opfertier galt. Laut dem christlichen Glauben wurden zum Beispiel einst alle Sünden bei einem Ritual symbolisch auf einen einzigen Ziegenbock geladen, der daraufhin geopfert wurde – wodurch die Sünden dann aus der Welt geschaffen und vergeben waren. Die Bibel selbst bezeichnet Ungläubige als Ziegen, weshalb das Opfern des Ziegenbocks auch zugleich ein Symbol für das Gericht Gottes war, dass die Ungläubigen und damit Anhänger Satans hinrichtet.

Der Grund, warum augerechnet eine Ziege geopfert wurden hatte ganz einfache Gründe: Zum Einen galt die Ziege auf Grund ihrer gespaltenen Hufe laut Bibel ohnehin als unreines und nicht essbares Tier – was sollte man also sonst mit der Ziege anstellen – zum Anderen sind Ziegen seit jeher dafür bekannt, Wiesen und alle darauf wachsenden Pflanzen zu zertrampeln, zu fressen und sogar mitsamt den Wurzeln herauszureißen, womit sie – einmal freigelassen – eine echte Plage darstellten und Landschaft verwüsteten, anstatt sie zu pflegen.

So wurde der Ziegenbock nicht nur zum Sündenbock, sondern auch zum Teufelstier. Auf nahzu allen Abbildungen findet sich der Teufel mit Ziegenhörnern, Ziegenbeinen oder Ziegenhufen. Auch Dämonen  wie Sukkubus und Inkubus werden durch eine Ziege bzw. einen Ziegenbock dargestellt, wo sie den Menschen Alpträume bescheren und ihnen dort sexuell nachstellen. Womöglich kommt daher auch die abwertende Bezeichnung „geiler Bock“ für sexsüchtige Männer.

Der Aberglaube im Mittelalter brachte Böcke ind Verbindung mit Hexen. Laut diesem sollen die Hexen nicht nur Besen, sondern auch Böcke als Reittier genutzt haben, um am Nachthimmel ihr Unwesen zu treiben. Abbildungen aus dem späten Mittelalter zeigen deshalb häufig Hexen, die auf Böcken in der Luft fliegen. Andere Abbildungen zeigen sogar, wie auf dem Bock sitzende Hexen sein Hinterteil küssen. So sollten all diese Abbildungen die enge Verbindung zwischen den Hexen und dem Teufel in Form einer Bocksgestalt hervorheben, wodurch der Ziegenbock wie auch die schwarze Katze und der Igel zum Hexentier wurde. In der Neuzeit exisitieren sogar noch Überbleibsel dieses alten Aberglaubens, wenn auch abgewandelt. Sowohl bei den Wiccas, einer neopaganen Bewegung, als auch bei den Satanisten wird der einst von den Tempelrittern verehrte Götze namens Baphomet in Bocksgestalt abgebildet und spielt im Glauben eine zentrale Rolle. Auch das im Neopaganismus bekannte Baphomet-Pentagramm, bei der in der Mitte eines umgedrehten Pentagramms der Ziegenkopf von Baphomet zu sehen ist, findet in diesem Aberglauben seinen Ursprung. Dieses Symbol wird sowohl von Satanisten, als auch von Wiccas als Amulett genutzt.

In dem Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ der Gebrüder Grimm kennen wir die Ziege als fürsorgliche Mutter, die ihre Kinder aus dem Bauch des Wolfs befreit, der zuvor ihre Kinder fraß. Mit einer List und der Hilfe eines ihrer Kinder, das nicht gefressen wurde, weil es sich rechtzeitig vor dem Wolf versteckt hatte, gelingt es ihr schließlich die Kinder zu befreien und den Bauch des Wolfes stattdessen mit Steinen zu füllen. Am Ende wacht der Wolf auf, torkelt ein paar Schritte und fällt in der Brunnen. Symbolisch gesehen geht es hier auch um die Mutter als „Sündebock“, die Schuld auf sich geladen hatte, weil sie ihre Kinder alleine ließ und welche deshalb in Not gerieten. Andererseits zeigt die Geschichte auch Paralellen zum Märchen der Frau Holle, wo zwei Mädchen in den Brunnen fallen und das faule Mädchen mit Pech anstatt mit Gold bestraft wird. Vom Prinzip her aber, scheint das Märchen der „Sieben Geißlein“ an die griechische Mythologie und die Geburt von Zeus, dem obersten aller Götter, zu erinnern. Dennoch kommt die Ziege selbst im Großen und Ganzen besser weg, als ihr männliches Gegenstück und wurde in vielen nordischen Märchen zum Muttersymbol. So verkörpert sie zum Beispiel mit „goldenen Hörnern und strotzendem Euter“ den gütigen, spendenden Mutteraspekt im norwegischen Märchen „Die Insel Udroest“ (von BeitBd. I, S. 98).

China:
In China gilt die Ziege als Symbol für Fülle und Lebensnergie, weshalb auch häufig eine entsprechende Figur in manchen Wohnungen zur Raumenergetisierung aufgestellt wird. Laut Feng-Shui lehre, soll eine Rattenfigur Reichtum anziehen und Frieden verbreiten. Doch nicht nur in der chinesischen Feng-Shui Lehre, sondern auch im chinesischen Horoskop hat die Ziege Eingang gefunden. So ist die Ziege als Tierkreiszeichen den Jahren 1919, 1931, 1943, 1955, 1967, 1979, 1991 und 2003 zugeordnet und sind Menschen, die im Jahr der Ziege geboren wurden für Ihre Eigensinnigkeit, Liebenswürdigkeit und Kreativität bekannt.

Germanen:
Der Donnergott Thor/Donar soll vor seinen Streitwagen Ziegenböcke gespannt haben, die ihm zusätzlich Kraft und Willensstärke gaben. Darüber hinaus sollten die Ziegenböcke auch seine Virilität betonen.

Griechenland:
In der griechischen Mythologie wird Pan, der Gott der Natur und des Waldes, als Mischwesen mit einem menschlichen Oberkörper, Hörnern auf dem Kopf und dem Unterkörper eines Ziegenbocks dargestellt. Es heißt, dass Pan ein Hirtengott ist, um dessen Beistand häufig die Hirten baten, wenn sie mit ihrer Herde  durch das Land zogen. Er soll Musik, Tanz und Fröhlichkeit lieben, weshalb er auch muszierend dargestellt wird. Die Bezeichnung der Panflöte geht ebenfalls auf den griechischen Hirtengott zurück. Dieser soll einst aus Liebe zur einer Nymphe jener nachgestellt haben, woraufhin diese vor ihm floh. Am Ende verwandelte sich die Nymphe an einem Flussufer in ein Schilfrohr, um sich vor Pan zu verstecken. Dieser aber ließ sich nicht täuschen und umarmte das Schilf, während der Wind vorwurfsvoll aber melodisch durch das Schilfrohr heulte. Pan liebte die Nymphe als auch den Klang des Schilfrohres so sehr, dass er beide nicht mehr gehen ließ und aus dem Schilfrohr die bekannte Hirtenflöte baute, die er fortan immer bei sich trug.

Die Satyrn, Anhänger des Dionysos (dem griechischen Gott des Weines, der Freude, der Fruchtbarkeit und der Ekstase), genossen ebenso wie dieser Frauen und guten Wein. So genossen die Satyrn auch große Freiheiten und waren bekannt für ihre sexuellen Eskapaden. Dass sie der Wollust, einer der sieben Todsünden, zum Opfer fielen, störte sie nicht, denn sie lebten einfach in den Tag hinein, genossen das Leben mit allem was es zu bieten hatte. Vom Aussehen her ähneln sie Pan, da auch die Satyrn ein ziegenähnliches Aussehen haben. So ist es nicht verwunderlich, dass die Ziege durch Pan und die Satyrn auch zu einem Symbol der Begierde, Fruchtbarkeit und Vitalität wurde.

Indien:
Im Hinduismus soll der vedische Feuergott Agni laut Überlieferungen auf einem Ziegenbock reiten, was dem Agni als Feuergott zusätzlich Lebenskraft und Viralität schenkt.

Ziegen – Medizin

Springt die Ziege als Krafttier in Dein Leben, kündigen sich sprunghafte, aber fruchtbare Zeiten an. Als Krafttier verbindet die Ziege mit der Natur und dem Kräuterwissen, zumal auch ihre weltliche Vertreterin genau weiß, wo sie schmackhafte und heilende Pflanzen zum Fressen vorfindet. Mit ihren Hörnern repräsentiert das Krafttier Ziege Willenskraft, Durchsetzungsvermögen und Wohlstand (Füllhorn), es sagt Ihnen aber auch, dass Sie es nicht übertreiben sollen – man muss nicht immer mit dem Kopf durch die Wand. Die der Ziege nachgesagte Sturheit und Eigensinnigkeit können auch so ihre Vorteile haben, denn manchmal können so Wege entdeckt werden, die vorher keiner gesehen hat oder es tun sich Möglichkeiten auf, die vorher undenkbar waren. Manchmal muss man einfach stur bleiben und seine Sache durchziehen, wenn man sich dieser absolut sicher ist. Aber übertreiben sie es nicht, sonst ecken sie überall an und schaffen sich neue Probleme in ihrem Umfeld. Stoßen Sie vor allem aber Ihren Liebsten nicht vor dem Kopf, das könnte böse enden.

Ein meckernde Ziege als Krafttier sagt Ihnen, dass Sie an sich selbst und anderen möglicherweise viel zu viel meckern, herumnörgeln und kritisieren. Sie sollten unbedingt Fünfte mal gerade sein lassen, wenn sich Sie nicht als „Meckerliese“ oder „meckernde Ziege“ abgestempelt werden wollen. Andererseits liegt in der Meckerei der Ziege auch eine positive Kraft die, wenn sie richtig eingesetzt wird, Großes bewirken kann. So kann ständiges Hinterfragen dazu führen, Dinge aufzudecken, die sonst verborgen bleiben würden. Wenn man in die richtige Richtung fragt und auch nicht vor sich selbst halt macht, kann es äußerst interessant und erkenntnisreich sein. Mitunter kann so eine Änderung der Lebensweise herbeigeführt werden, die schon dringens notwendig war. Wenn Sie also etwas ändern möchten, aber nicht wissen was, dann fragen Sie die Ziege und lassen Sie sich mit ihr auf eine Diskussion ein – auch wenn diese sehr ausdauernd werden könnte.

Eigensinnigkeit muss nicht zwangsweise bedeuten, dass Ihnen die anderen egal sind, denn es heißt meist nur, dass Sie Ihren eigenen Weg gehen und Ihre eigenen Erfahrungen sammeln wollen und die Anderen auf diese Weise bitten, sie alleine und in Ruhe zu lassen. Insofern macht das Krafttier Ziege auf Abgrenzung aufmerksam. Ein Ziegenbock als Krafttier hingegen macht auf Virilität, sexuelle Begierde und Opferhaltung aufmerksam. Wo haben Sie das Gefühl ständig der Sündenbock zu sein?  Warum verspüren Sie sexuelle Lust oder Unlust und verbirgt sich dahinter in Wirklichkeit nicht die Sehnsucht nach tiefer und bedingungsloser Liebe? Gehen Sie in sich und klären Sie gemeinsam mit dem Ziegenbock diese zentralen Fragen.

Die Ziegel als Krafttier hat viele positive Eigeschaften, wie z.B. Fürsorge, Geborgenheit und Wärme, sie hat aber auch negative Seiten. Übertreiben Sie es mit der Krafttiermedizin der Ziege neigen Sie schnell dazu zickig, bockig, halsstarrig und stur zu sein. Letzendlich sind Sie mit sich selbst und der Welt einfach nur noch unzufreiden und meckern ständig herum – ohne Sinn und Zweck. Gleichermaßen kann ein Mißbrauch der Krafttiermedizin der Ziege zu unkontrollierbar sexuellen Trieben und Perversion führen. Bleiben Sie also immer im Gleichgewicht und setzten Sie die Krafttiermedizin der Ziege behutsam ein.

Traumdeutung

Eine Ziege im Traum macht auf Ausdauer und Genügsamkeit, aber auch auf Sturheit und Opferhaltung aufmerksam. Springende oder hüpfende Ziegen im Traumgeschehen warnen den Träumenden vor Leichtisinnigkeit und Übermut. Meckernde Ziegen wiederum symbolisieren die Unzufriedenheit des Träumers mit sich selbst, seinen Freunden oder den Lebensumständen. Ein Ziegenbock im Traum macht auf unterdrückte sexuelle Triebe aufmerksam und warnt davor, zum „geilen Bock“ zu werden. Eine im Traum geopferte Ziege symbolisiert den Sündenbock, von dem der Träumende das Gefühl hat dieser ständig zu sein.

Sonstiges

Nichts bekannt.

© Wiebke Haarkemper | 1. Oktober, 2013, 10:00 Uhr

Kuh

Lebensraum

Kühe sind große Säugetiere, die vom Auerochsen (dem Ur-Rind) abstammen und ausschließlich Pflanzenfresser sind. Als Kühe bezeichnet man umgangsspreichlich ausschließlich die weiblichen Rinder, nachdem sie das erste Mal gekalbt haben.Von den großen geschwungenen Hönern des Auerochsen sieht man bei einer Kuh nur noch wenig. Die Hörner der Hauskuh sind durch Züchtung viel kleiner geworden und teilweise vollständig verschwunden. Normerlweise können Kühe bis zu 20 Jahre alt werden, als Nutztier in der heutigen Landwirtschaft haben sie jedoch nur eine geringe Lebenserwartung von maximal 4 bis fünf Jahren – oftmals sogar noch viel weniger ( z.B. dann, wenn sie geschlachtet werden sollen).  Obwohl die Kuh vom Auerochsen abstammt, der usprünglich nur in Asien beheimatet war, so ist die Kuh als Nutztier mittlerweile weltweit verbreitet (mit Ausnahme der Arktis und Antarktis) und deshalb nicht nur in Asien, Europa und Nordamerika, sondern auch in Afrika, Südamerika und Australien anzutreffen. Kühe ernähren sie vorwiegend und urtümlich von frischem Gras, Kräutern und Heu – in der mordernen Landwirtschaft füttert man sie zusätzlich noch mit speziellem Kraftfutter, Silage und Futtermais.

Mythologie

In vielen Kulturen gilt die Kuh als Symbol für Fruchtbarkeit, Reichtum, Segen, Fülle und Wohlstand. Darüber hinaus ist sie mit der Zeit auch zu einem Symbol von Macht und Vermögen geworden. Nicht zuletzt deshalb, weil die Kuh den Menschen auch heute noch nahezu alles liefert, was sie zum Leben benötigen: sei es Fleisch oder Milch, aus der wir noch Butter, Joghurt und Käse herstellen. Vor der Entdeckung der Kuh als Fleisch- und Milchlieferant nutzten die Menschen sogar die Haut und das Fell für Kleidung, Decken und Zelte, die Knochen für Werkzeuge und vor allem die Hörner als Trinkgefäß. Sogar als Arbeitstier wurde sie sehr geschätzt. Aus diesem Grund assoziierten unsere Vorfahren die Germanen wohl auch die Rune „Fehu“ mit “Vieh” und “Wohlstand”. All dies erkannten schon viele Völker und Generationen vor uns, zu deren Zeit es noch keine richtige Landwirtschaft gab und man auf das angewiesen war, was, was man entweder hatte oder fand. Mit Sicherheit wird die Kuh deshalb vielerorts seit jeher hoch in Ehren gehalten und in vielen Mythologien erwähnt. Überall nimmt sie eine zentrale Rolle ein, in der sie entweder neues Leben erschafft, bestehendes Leben mit Ihren Hörnern schützt oder durch ein Opfer ernährt.

Im alten Persien soll eine Kuh namens Geush Urvan die UrMutter gewesen sein, aus deren Leib alles Leben hervorging und mit deren Blut seitdem alles Leben gesegnet ist. In Indien scheint die Kuh eine ähnliche Rolle einzunehmen, denn dort gilt die Kuh seit jeher als Heilig. Sie darf nicht verletzt oder getötet werden und gilt deshalb als „aghnya“, was „die Unantastbare“ bedeutet – denn das ist der Name der Kuh laut Sanskrit. Aus den Veden, den ältesten hindusitischen Schriften, geht ebenfalls hervor, dass es sich bei der Kuh um eine Art Göttin handelt, welche „Prthivi matar„, unsere Erde, verkörpert. Eine sogenannte „Wunschkuh“ namens Kamadhenu soll sogar Wünsche erfüllen können. Sogar in der ägyptischen Himmelsgöttin Nut hat sich die Kuh laut Mythologie manifestiert, denn im alten Ägypten galt Nut als Himmelskuh aus deren Euter die Milchstraße entstand. Auch die griechische Fruchtbarkeitsgöttin Damona und soll eine große Kuh sein, die auch als „göttlich ewig nährende Kuh“ bezeichnet wird. Der griechischen Erntegöttin Demeter musste man sogar Kühe opfern, um sie milde zu stimmen und in Ehren zu halten. Womöglich etablierte sich auch daraus die verbreitete Vorstellung, dass in einem Paradies „Milch und Honig“ fließen müssen, weil dies alles sei, was man zum Leben braucht. Im Volksmund bezeichnet man deshalb auch heute noch – in Anspielung auf die Heiligkeit der Kuh in Indien – Dinge, die einem sehr wertvoll sind und auf die man nicht verzichten will als „Heilige Kuh“.

Kuh – Medizin

Schreitet die Kuh als Krafttier gemächlich in Ihr Leben, kündigt sie eine fruchtbare, gesegnete und erfüllte Zukunft an. Als Krafttier verkörpert die Kuh nicht nur Fülle und Glück, sondern auch Weiblichkeit, Mütterlichkeit und Zuneigung. Wenn Ihnen all das bisher im Leben gefehlt hat, dann kommt das Krafttier Kuh jetzt zu Ihnen, um Ihnen all das zu geben und Sie für die bisherigen Entbehrungen zu entlohnen. Sehnen Sie sich nach menschlicher Nähe oder mehr Liebe und Zuneigung, dann hilft Ihnen die Kuh als Krafttier, die Kraft Ihres eigenen Herzens zu wecken und die Herzen der Anderen für Sie zu erwärmen. Wenn Sie sich einen beruflichen Aufschwung oder materielle Stabilität erhoffen, dann sagt Ihnen die Kuh als Krafttier, dass das Füllhorn schon bereit steht und in Kürze über Ihnen ausgeschüttet werden wird. Die Kuh weist auf Themen wie Familie, Liebe und Erfüllung hin, die jetzt besonders wichtige Rollen in Ihrem Leben einnehmen. Gleichermaßen warnt die Kuh als Muttergöttin jedoch auch auf übertriebene Mütterlichkeit, Opferhaltung, Naivität und Verbissenheit hin. Möglicherweise meinen Sie es mit Ihren Liebsten zu gut und merken nicht wie Sie diese mit Ihrer Liebe und Fürsorge erdrücken oder einengen. Vielleicht sind momentan in einer Sache auch betriebslind, Blind vor Liebe oder einfach zu naiv und damit wie auch im Volksmund „Blind wie eine Kuh“, weil Sie etwas einfach nicht sehen oder wahrhaben wollen. Die Kuh kommt als Krafttier zu Ihnen, um Sie darauf auenfmerksam zu machen, dass Sie sich nicht für dumm halten oder erklären lassen sollten, nur weil Sie die Dinge mit Ruhe und Gelassenheit angehen wollen. In der Hektik entdecken Sie wohl kaum Ihr schöpferisches Potenzial oder Fehler die sich eingeschlichen haben. Das Krafttier Kuh weist aber auch darauf hin, dass Sie sich möglicherweise in etwas verbissen haben, eine Sache nicht ruhen lassen können und stattdessen ständig wiederkäuen. Überlegen Sie, welche Sache das sein könnte, und ob man Fünfte nicht auch mal gerade sein lassen kann. Je mehr Gras über eine Sache wächst, desto schwieriger wird es später an sie heranzukommen und irgendwann vielleicht wird sie so zugewachsen sein, dass keiner mehr daran herankommt oder die Erde sie transformiert hat.

Traumdeutung

Das Auftauchen einer Kuh im Traum kann viele unterschiedliche Bedeutungen haben. Sehen Sie eine Kuh auf einer üppigen Wiese friedlich grasen, deutet das auf eine glückliche Lebensphase oder ein erfülltes Leben hin. Je muskulöser oder fetter eine Kuh im Traum erscheint, desto positiver soll ihre Bedeutung sein. Dürre Kühe hingegen soll auf Mängel, Krankheiten und schlechte Zeiten hinweisen. Wenn Sie im Traum beobachten, wie eine Kuh gemolken wird, warnt dieses Traumsymbol davor, dass Sie derzeit möglicherweise schamlos ausgenutzt und von Anderen wie dieses Kuh gemolken werden. Legen Sie aber im Traum selbst Hand an und melken eine Kuh, kündigt das Glück, Erfüllung und Reichtum in Ihrem Leben an.

Sonstiges

Nichts bekannt.

© Wiebke Haarkemper | 4. Juni, 2013, 13:26 Uhr